Die deutschen Musikcharts. Jeder hat schon einmal etwas davon gehört und die Veröffentlichungen die es an die Spitze der Charts geschafft haben, laufen im Radio und auf Streaming Plattformen rauf und runter. Doch selbst Musikinteressierte wissen oft nicht, wie die Charts im Detail zustande kommen und wer sie ermittelt. Heute wollen wir etwas Licht ins dunkle bringen.

Was sind die Charts?

In diesem Abschnitt wollen wir nicht zu viel Zeit verlieren. Jeder hat schon einmal von den Musikcharts gehört und weiß, was man sich darunter vorstellt. Wikpedia definiert die Musikcharts wie folgt:

“Musikcharts (verkürzt auch englisch Charts oder deutsch Hitliste sowie Hitparade) bezeichnet eine Methode für die numerische Zusammenstellung einer Rangliste von Musikstücken über einen bestimmten Zeitraum, die deren Beliebtheit oder deren Erfolg auf einer begrenzten Skala wiedergeben soll.”

In den Musikcharts werden die erfolgreichsten Veröffentlichungen eines bestimmten Turnus (i.d.R. eine Woche) in einer Rangliste zusammengestellt. Dabei gibt es nicht eine zentrale Auflistung, sondern verschiedene Bereiche wie z.B. die Single-Charts, Album-Charts, Schlager-Charts, uvm.

Doch wer ermittelt, wer in der nächsten Woche auf Platz 1 chartet?

Wer ermittelt und bestimmt die Chartplatzierungen?

Erst einmal ein bisschen Geschichte:

Bevor verschieden Institutionen wie Magazine, Radiosender und Verlage ab 1964 verschieden “Hitparaden” veröffentlichten, führte der Musikmarkt in Deutschland die Musikcharts wöchentlich ab 1971. Ab 1976 war Media Control (media control GmbH) verantwortlich für die Ermittlung der deutschen Hitparade.

Seit 2013 ermittelt das Unternehmen GfK Entertainment Auftrag des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft wöchentlich die offiziellen deutschen Charts. Dazu melden knapp 3000 mit der GfK verbundenen Partnergeschäfte in der Bundesrepublik elektronisch alle CD-Verkäufe, die über die Ladentheke gehen. Große Handelsketten sind daran genauso beteiligt wie kleine Geschäfte und Online Shops. Außerdem vermitteln Streaming-Dienste wie Spotify oder Apple Music ihre Daten an die GfK.

Nach welchen Kriterien ergeben sich die Chartplatzierungen?

Nun stellt sich die Frage, wie genau die GfK mithilfe der gewonnen Daten diese Charts ermittelt.

Dies geschieht elektronisch via PHONONET. PHONONET ermittelt die echten Verkaufszahlen mithilfe von computergestützten Kassensystemen und übergibt diese anonymisiert an die GfK. In diesen Kassensystemen, die mit den Online-Shops, Plattenläden und Handelsketten wie z.B. MediaMarkt arbeiten, werden sämtliche Verkäufe der Endkonsumenten erfasst inkl. Artikelnummern, Verkaufsdatum und Verkaufspreis. Die Daten von den Downloads und den Streaming-Diensten werden direkt übermittelt.

Ganz Wichtig: Seit dem Jahr 2007, sind in den deutschen Musikcharts nicht mehr die verkauften Einheiten ausschlaggebend, sondern die erzielten Umsätze. In Deutschland spricht man von Werte-Charts. Hierbei sind alle Verkäufe Chartfähig, die einen Warenwert von ≤50 € haben. Dies ist der Grund, wieso dein Lieblingsrapper seine “Deluxe-Boxen” für 49,99 € auf Amazon verscherbelt. So muss nur ein Zehntel der Einheiten verkauft werden, als von einem Künstler der sein Album für 4,99 € an den Mann bringt.

Die deutsche Hitparade wird in einem wöchentlichen Turnus veröffentlicht. Somit fließen alle Verkäufe von einem Freitag bis zu dem darauffolgenden Donnerstag in die Rangliste der Charts ein.

Zusammenfassung

Die deutschen Musikcharts werden von GfK Entertainment ermittelt. Dabei handelt es sich in Deutschland um Werte-Charts, d.h. die tatsächlich erzielten Umsätze bestimmen die Chartplatzierungen, nicht die Anzahl der verkauften Einheiten.

1 Kommentar
  1. ninette
    ninette sagte:

    Offene Fragen

    1 Gelten die Wertecharts für alles? Singels Alben oder gibt es unterschiede?
    2 Woher weiss das Kassensystem ob es Box X als Single Album oder keines von beidem werten muss??
    3 Heisst das eine Single CD ist 10 mal mehr “Wert” als ein Download?
    4 Wird etwas unternommen um verpasste Verkaufe zu vermeiden? Also würde ein Künstler zb 10 000 Cds über die eigene Webseite oder einen Shop der nicht im System vertreiben wäre dies a theoretisch die Nr1 – praktisch würde er dann nicht auftauchen. Gibt es da Bestrebungen dies zu vermeiden oder minimieren?

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.