Der Klangkutter erklärt Strukturen und Zusammenhänge in der Musikindustrie.

Die deutschen Musikcharts. Jeder hat schon einmal etwas davon gehört und die Veröffentlichungen die es an die Spitze der Charts geschafft haben, laufen im Radio und auf Streaming Plattformen rauf und runter. Doch selbst Musikinteressierte wissen oft nicht, wie die Charts im Detail zustande kommen und wer sie ermittelt. Heute wollen wir etwas Licht ins dunkle bringen.

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Folgende Situation:

Als Manager eines Künstlers bist du auf der Suche nach einem Label, das sie oder ihn unter Vetrag nehmen soll.

Was ist zu tun? Was kann man dem Künstler präsentieren?

Generell würde ist eine Genre-spezifische Vorauswahl an Labels treffen, die erst einmal rein musikalisch zum Künstler passen und ähnliche Künstler unter Vertrag haben. Dies können einschlägige Independent-Labels sein, die schon erste Erfolge mit Künstlern verzeichnet haben oder aber auch ein Sublabel eines Majors.

Herausgearbeit werden sollten folgende Punkte des Labels:

• Wie ist das Image und das Auftreten des Labels in der Öffentlichkeit?
• Wie viele Künstler sind beim Label gesignt?
• Welche Erfolge hatte das Label bisher?
• Ist eine Bookingagentur und/oder ein eigener Musikverlag vorhanden?
• Wie steht das Label finanziell da?
• Wie ist der Vertrieb organisiert? Wo wird überall vertrieben?
• Wie ist das Label beim Thema Merchandising aufgestellt?

Letztendlich sind dem Künstler oben genannte Punkte zu präsentieren und zwar vor dem Hintergrund, welche Aspekte für genau ihn am sinnvollsten sind um seine Ziele zu erreichen und langfristig erfolgreich und zufrieden zu sein – sprich, die beratende Funktion als Manager im Sinne des Künstlers ausüben.

Wie sollte der Künstler bei diesem Label vorgetellt werden?

Als Basis sollte eine Pressemappe des Künstlers mit allen wichtigen Info´s erstellt werden. (Kurzbiographie, hochwertige professionelle Bilder, Links zu Audio- und Videodateien und Webseite, Presseberichte, Konzert-/Touraufstellung, evtl. Best-Of-Demo-CD, Kontaktdaten, etc.) Diese kann physisch, bevorzugt aber sinnvollerweise in digitaler Form erstellt werden.

Dann sollte der zuständige A&R-Manager (mit Namen) beim ausgewählten Label ausfindig gemacht werden. Dieser sollte durch einen Anruf beim Label herauszufinden sein. Wenn möglich sollte ein Termin zum persönlichen Anhören des Demo´s vereinbaren. Sollte das nicht klappen, geht eine eMail mit besagter Pressemappe und Verweis auf das Telefonat sowie eine Einladung zum nächsten Konzert (Gästeliste + Getränkebons) des Künstlers raus. Eventuell kann auch ein Konzert in der Nähe des Label-Standortes organisiert werden (z.B. als Support für ein bestehendes Konzert). Falls der zuständige A&R dann wirklich zum Konzert kommt, könnte vor Ort ein weiterer Termin vereinbart werden (z.B. zu einem gemeinsamen Essen mit dem Künstler)

Wichtig ist vor allem, den A&R-Manager/das Label davon zu überzeugen, dass der Künstler wirklich Interesse daran hat zusammen mit dem Label etwas langfristiges aufzubauen, das für beide Partner gewinnbringend ist.

Jede Band kommt einmal oder mehrmals in ihrer Geschichte an den Moment, an dem sie sich fragt: Hobby oder Pro!? So manche Band ist entweder daran zerfallen oder ist eben enorm erfolgreich geworden…

So ist der Erfolg einer Band oft abhängig von der Motivation der einzelnen Bandmitglieder die in ihr spielen. Denn oft genug gehen die individuellen Interessen der Musiker weit auseinander. Während der Bassist unter Umständen enorme Ambitionen hat erfolgreiche Singles raus zu hauen, ist der Schlagzeuger vielleicht einfach nur froh, eine Beschäftigung für den Donnerstag abend zu haben.

Oft zerstreuen sich aber diese Interessenskonflikte. Denn: man spricht ja miteinander. Hoffentlich!

Zumindest sollte es so passieren. Denn sobald jeder Band-member seine Ziele, Motivation und vieleicht auch Sorgen benennt, ist der erste Schritt schon getan. Jeder weiß woran er ist und welche Erwartungen die anderen haben. Dies wirkt auf die ganze Proben-Athmosphäre und den Ansporn in der Band aus.

Wenn klar wird: “…hey, wir wollen einfach nur zusammen abhängen, Bier trinken und labern…”, dann ist das auch gut. Die Hauptsache jedem ist das klar. Es gibt nichts schlimmeres, wenn Ziele zu weit auseinander gehen. So können ambitionierte Musiker oft über Jahre ausgebremst werden. In den meisten Fällen verlassen diese aber letztendlich die Band oder suchen sich eine andere.

Schlussendlich ist das wichtigste, miteinander zu reden. Und solange dies geschieht, kann die Musik selbst der Mittelpunkt sein.